Gareth Southgate: Ex-England-Trainer wird wohl nicht mehr ins Vereinsgeschäft zurückkehren

Der frühere englische Nationaltrainer Gareth Southgate hat erklärt, dass er sich keine Rückkehr ins Vereinsgeschäft in der Premier League vorstellen kann.

Der 56-Jährige ist seit seinem Rücktritt als Trainer der Three Lions ohne Verein. Er hatte England bis ins Finale der Europameisterschaft 2024 geführt, in dem die Mannschaft gegen Spanien verlor. Auch bei der EM 2020 erreichte Southgate mit England das Endspiel.

Auf Vereinsebene war er zuletzt von 2006 an drei Jahre bei Middlesbrough tätig. Auf die Frage, ob er sich eine Rückkehr auf die Trainerbank in der Premier League vorstellen könne, antwortete er im Podcast „The Amol Rajan Connection“: „Ich sehe kein Szenario, in dem ich das tue.“

Gegen Ende seiner Zeit bei England habe er, zumindest phasenweise, den Spaß verloren. „Die Siege halten einen am Laufen, aber am Ende habe ich mich nicht einmal mehr länger als ein paar Minuten über Siege gefreut. Deshalb habe ich kaum Fußball geschaut.“

Southgate berichtete außerdem: „Ich bin zum FA-Cup-Finale gegangen, um meinen Verein Crystal Palace den ersten Titel seiner Geschichte gewinnen zu sehen. Seitdem war ich in keinem Fußballstadion mehr. Mein Wunsch, im Fußball involviert zu sein, hat sich verändert.“

Neue Erfahrungen abseits des Fußballs

Seit seinem Abschied von der Nationalmannschaft arbeitete Southgate unter anderem im Mediengeschäft. Dieses Jahr moderierte er außerdem eine Dokumentation, für die er quer durch Großbritannien reiste, um die Herausforderungen junger Männer und Jungen zu verstehen. Zudem war er als Gastdozent an der Harvard Business School in Boston tätig.

„Ich habe die letzten 18 Monate meines Lebens geliebt“, sagte er. „37 Jahre lang hing mein Selbstwertgefühl davon ab, ob ich am Samstag gewonnen oder verloren habe. Ich habe es genossen, andere Erfahrungen zu machen. Ich habe Politiker und Leute aus der Medienbranche getroffen, habe in allen möglichen Bereichen etwas über Führung gelernt und bin um die Welt gereist. Ich habe es einfach genossen, einen anderen Film in meinem Leben zu spielen.“

„Keine Gewinner“ im Fall Manchester City

Im September wurde Manchester City in der Mehrzahl der Anklagepunkte schuldig gesprochen. Diese betrafen Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League in den Spielzeiten 2009/10 bis 2017/18. Eine unabhängige Kommission stellte fest, dass der Klub in diesem Zeitraum „Scheinverträge“ abschloss und sich auf „Scheinvereinbarungen“ stützte, um die Einnahmen künstlich zu erhöhen und die Kosten zu senken.

Der Klub weist jegliches Fehlverhalten zurück und hat am 2. Oktober Berufung eingelegt.

Southgate sagte dazu: „Die Fans der eigenen Lager werden reagieren, indem sie City so hart wie möglich bestrafen wollen, sie abstiegen lassen, mit Geldstrafen belegen, was auch immer möglich ist.“

„Ich war in Vorständen von Fußballklubs, ich war in Gesprächen mit der Uefa und mit der Fifa. Ich war in all diesen Kreisen und weiß, wie kompliziert das alles ist. Mein grundsätzlicher Gedanke ist, dass das alles dem Fußball nicht guttut und es keine Gewinner gibt. Für einen kurzen Moment mag man sich in der Premier League bestätigt fühlen, weil der lange Prozess endlich ein Urteil gebracht hat, und es steckt sicher ein Stück Genugtuung darin.“

„Dann kommt aber die Erkenntnis, wie man mit all dem umgehen soll. Denn es könnten noch zahlreiche weitere Rechtsverfahren folgen, und niemand weiß, wie lange sich das noch hinzieht. Was ist die richtige Strafe, und wie hält man das gesamte Spiel auf Kurs?“

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