Wie ich lernte, den Kaffee zu lieben.

IMG_8940Könnt ihr euch noch an diesen Post erinnern? Ich habe María kennengelernt, eine Bäuerin aus der Provinz Veraguas in Panama, und mit ihr zusammen ihren selbst angebauten Kaffee gemahlen und gebrüht. Sie hatte keine Milch da, denn so trinkt man seinen Kaffee in Panama nicht. Also trank ich ihn schwarz. Er war extrem stark und extrem gut. Wie hätte ich jemals daran denken können, Milch in diesen Kaffee zu geben?

Ein paar Wochen später waren J. und ich auf einer Öko-Kaffeeplantage in Costa Rica unterwegs und auch hier – keine Milch, kein Zucker, purer Kaffeegenuss.

So entstand eine Liebe.

IMG_8935

Auch zurück in Deutschland behielt ich das bei. Klar, Milch muss manchmal sein, es schmeckt auch zu gut und so ein Espresso mit Milchschaum obendrauf ist einfach eine Genusssache.

Aber schwarzer Kaffee, ohne alles – das ist mittlerweile mein Morgenritual. J. und ich hatten eine Filterkaffeemaschine, zusätzlich hatte ich mir in Rom mal eine echte Bialetti gekauft. Gelernt habe ich: Für “echten” Espresso ist der Druck einer solchen Maschine zu gering. Das macht mir nichts. Ich fülle auch normales Kaffeepulver in die Bialetti (ich habe mir inzwischen – in Ermangelung einer großen Filtermaschine – eine doppelt so große No-Name-Bialetti geholt) und kann mir nichts besseres vorstellen als das gurgelnde Geräusch, wenn die Bialetti auf dem Herd steht und der Kaffee fast fertig durchgelaufen ist.

IMG_8968

Im Moment bereite ich mir meinen Kaffee in der Kapselmaschine mit Kapseln von Senseo zu. Das ist eine völlig neue Erfahrung für mich – einfach Wasser einfüllen, Kapsel aussuchen und ab dafür. An Komfort ist das nicht zu überbieten – vor allem wenn man den Luxus der Wahl zwischen starken und leichtem, intensivem und mildem Espresso und Lungo hat. Und ich muss zugeben: An den Geschmack des Kaffees aus den Kapseln kommt so schnell nichts heran. Richtig aromatisch, kaum Säure. Stark wenn ich es brauche, mild wenn ich es möchte. Das Kostenargument kommt bei solchen Kapseln natürlich schnell auf – allerdings sind sie gar nicht so teuer wie ich dachte. Nichts, was ich viermal am Tag in der Prüfungszeit trinken würde, aber ein Kaffee, den man sich in der Runde mit Freunden gönnt oder beim Lesen am Sonntag. Was mich immer noch stört, ist der Verpackungsmüll, der durch die Kapseln entsteht. Die Senseo-Kapseln sind aus Plastik, was definitiv ein Fortschritt gegenüber den Aluminiumkapseln anderer Marken ist – aber dennoch. Eine Refill-Version der Kapseln wäre optimal.

IMG_8971

IMG_8978Jetzt in der Prüfungszeit ist Kaffee natürlich ein Grundnahrungsmittel. Aber auch an einem Sonntagnachmittag mit einem guten Buch oder einer Zeitschrift genieße ich es, auf dem Bett zu sitzen und einen Espresso zu trinken. Beim Schreiben ist Kaffee mein treuer Begleiter, er rüttelt mich morgens sanft wach, holt mich aus meinem Nachmittagstief und wenn ich abends weggehe, macht er mich feierlustig.

“Lass uns mal einen Kaffee trinken gehen” – wie viele Freundschaften hat dieser Satz begonnen, wie viele intensive Gespräche wurden geführt, wie viele großartige Ideen sind über der obligatorischen Tasse Kaffee entstanden?

Ich sage: Danke María, dass du mich zwar spät, aber dennoch so wirksam auf guten Kaffee eingestimmt hast, der keinen Zucker und keine Milch braucht – sondern einfach fabelhaft schmeckt, wie er ist.

Milchschaum mache ich mir trotzdem manchmal drauf, aber pssst.

IMG_8999

IMG_8994[Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Senseo. Alle Meinungen sind meine eigenen.]

9 Comments

  • Dominique says:

    Eigentlich mag ich keinen Kaffee.
    So, jetzt ist es raus.
    Außer es sind Karamell-Sirup und viel, viel Milch drin. Gerne auch mit fett Milchschaum oben drauf.
    Guten, schwarzen Kaffee wüsste ich vermutlich nicht zu schätzen. Dennoch habe ich mir gerade einen kompletten Blogpost über Kaffee durchgelesen, weil er einfach verdammt toll geschrieben war.
    So ein Senseo-Kaffee (mit Karamell-Aroma!) würde mich auch mal reizen, so für eine Tasse. Als ich einmal die Chance hatte, mir bei einem Kundentermin eine Senseo-Sorte zu wünschen, war Karamell natürlich leer. Aber irgendwann kommt meine Zeit, ganz bestimmt.

    Ich bin Tee-Trinkerin, durch und durch. Schwarz mit Milch, Grün pur oder ab und zu auch mal ein Früchtetee mit Apfelsaft. Matcha Latte ist mein Kaffee, ob morgens zum Wachwerden oder nachmittags um das Tief zu überstehen und wieder fit zu werden.

    Ich finde es übrigens toll, dass du den Aspekt mit der Müllproduktion bei den Kapseln ansprichst. Nichts anderes hätte ich aber von dir erwartet. Ich hatte immer nur im Kopf, dass diese Aluminium-Dinge Gift für die Umwelt sind, dass die mittlerweile auf Plastik gewechselt haben, ist ja immerhin etwas …

    Alles Liebe
    Dominique

    • Lina says:

      Danke für deinen lieben Kommentar!
      So ging es mir auch ganz lange Zeit. Ich habe wirklich lange gebraucht, um mich an schwarzen Kaffee zu gewöhnen und kann immer noch total gut nachvollziehen, dass viele Menschen das nicht mögen.
      Tee liebe ich auch – am liebsten schwarz mit Milch <3

  • Sarah Maria says:

    Ich habe auch eine Bialetti – und liebe sie! Abgöttisch! Und: Mjami! <3

    Den Senseo-Kaffee finde ich zwar auch lecker, aber mir ist das ehrlich gesagt echt zu viel Müll. Da wäre ich eher so der Kaffee-Pad-Typ.

    Liebe Grüße zu dir und Maria aus Panama. Mit euch würde ich auch gerne mal einen Kaffee trinken. ;)
    Sarah

  • Jetzt hast du mich so weit – ich brauche dringend einen Kaffee!
    Ich mochte Kaffee früher gar nicht, er war mir einfach zu kräftig im Geschmack, was für ‘Erwachsene’.
    Als ich mit dem Studium anfing, lernte ich ihn sehr schnell schätzen! Irgendwann wurde es dann nicht nur ein Ich-brauch-Kaffe-zum-Lernen Getränk, sondern ein Genuss, sich mit Freunden zu treffen, und ihn richtig zu genießen.
    Genau so, wie du es beschreibst! Ich liebe den Kaffee-Geruch am frühen Morgen und bin mittlerweile fast abhängig davon.
    Die letzte Woche habe ich versucht, mal auf grünen Tee umzusteigen, aber es klappt einfach nicht.
    So, jetzt hast du mich so weit. Ich stell die Tee-Tasse beiseite und brüh mir meinen Kaffee auf. Es geht ja doch einfach nicht ohne!

    An Reise-Erfahrungen kann ich Istanbul beitragen. Der Türkische Kaffee ist unglaublich! Extrem stark, in winzigen Tassen gereicht, und mit sehr viel Zucker. Das zieht einem beim ersten Trinken die Schuhe aus. :) Aber ich habe mich so verliebt, dass ich gleich mehrere Kaffee-Tüten mit Heim genommen habe. Es hat immer etwas von Urlaub, ihn zu Hause zu genießen.

    Liebste Grüße,
    Victoria

    • Lina says:

      Es ist traurig, aber wahr: Echten türkischen Kaffee habe ich noch nie getrunken! Ich bin aber sehr gespannt – vielleicht ergibt sich ja bald mal eine Möglichkeit.
      Schön, wenn ich Leute zum Kaffeetrinken inspiriere :)
      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!

  • Ronja says:

    Oh ich LIEBE Kaffee! Ich weiß noch ganz genau wie ich meinen ersten Kaffee aus der Thermoskanne von meinen Papa klaute – 1/3 Kaffee, 2/3 kalte Milch und eine Tonne Zucker…widerlich! Das wars vorerst mit dem Kaffee. Dann mit 17 in Bologna meinen Bruder besuchen, ich allein im Café und ganz plötzlich Lust auf Kaffee und schwupp war es um mich getan und die Kaffee-Liebe war da. Seit dem nicht mehr wegzudenken. Auch an schwarzen Kaffee hab ich mich angetastet, lecker! Nur nicht auf leeren Magen, das bekommt mir nicht :)
    Ach wenn es nicht schon 22h wäre, würde ich jetzt zu gerne einen Trinken!
    xoxo, Ronja
    http://www.sothisiswhat.com

    • Lina says:

      Ich wusste doch, dass ich damit deinen Nerv treffe ;)
      Mittlerweile trinke ich auch schwarzen Kaffee auf leeren Magen, ich habe mich daran gewöhnt. Auch wenn es bestimmt nicht so toll für den Magen ist, wegen der Säure. Aber manchmal mag ich vorher einfach noch nichts essen… Heute Morgen zum Beispiel ;)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>