[Sportschau] Back in the game – Dortmund lässt die Bayern alt aussehen

Mir war hier auf dem Blog etwas langweilig geworden. Eine Kolumne musste her. Nach kurzer Rücksprache schlug J. mir vor, über Sport zu schreiben. Warum war ich da nicht schon viel früher drauf gekommen? Sport ist meine Leidenschaft, niemand guckt so passioniert Fußball wie ich und – Moment, nein, falsch. Sport gucken ist nicht meins. Nein. Berichte über Sport lesen – noch schlimmer. Formel 1 finde ich so unglaublich langweilig, dass es mich fast aggressiv macht, ich kann die Champions League nicht vom Europa Pokal unterscheiden (Oder ist es das Gleiche?), ich habe noch nie die Regeln von Football auch nur ansatzweise versucht zu verstehen und was Wintersportarten angeht, sieht‘s ganz finster aus. Die generischen Texte, über die ich höchstens aus Versehen stolpere, sind so ziemlich das Bescheuertste und Sinnloseste was ich kenne.

Hervorragende Voraussetzungen, um eine Kolumne über Sport anzufangen. Während ich J. öfter mal mit random Wissensfetzen über Fußball verwirre, die ich hier und da aufschnappe, kann ich mir das ja eigentlich zunutze machen. Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit? Klingt nach einem Erfolgsrezept.

Hier der erste Teil meiner Kolumne [Sportschau], der dadurch ausgelöst wurde, dass ein jubelnder J. mich per whatsapp über den 0:3-Sieg von Borussia Dortmund über den FC Bayern München aufklärte. Mehr weiß ich darüber nicht. Ich schwör.

Jürgen Klopps jubelverzerrtes Gesicht, das sekundenlang ausharrt und noch einmal in der Wiederholung gezeigt wird, übereinander stürzende Fußballspieler, Fahnen schwenkende Fans in einem Traum aus Schwarz-Gelb – so kannte man den BVB. In dieser Bundesliga Saison jedoch ein seltenes Bild, das im kollektiven Gedächtnis von Fußball-Deutschland zu verblassen schien. Eine vorübergehende Phase? Wohl kaum. Der Trainer der Borussen stieß an seine Grenzen, die Mannschaft schien ausgebrannt. Was sich jedoch an diesem Wochenende in München abspielte, könnte der Auftakt eines neuen Märchens im Ruhrpott werden.

Der BVB hat gestern Abend eine harmlose Truppe von Bayern weggeputzt. Die Zuschauer vor den Schirmen trauten ihren Augen nicht und schienen doch eine kollektive Erleichterung zu spüren, als das 0:1 fiel. Nun, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Das 0:2 schien noch unglaublicher, waren die Bayern doch angespornt worden durch ihren Rückstand. Ein halbgares Spiel der Münchner Mannschaft – das kann trotzdem nicht bestritten werden. Die Erlösung, das 0:3. Verbissene Kämpfe um das Aufholen des Rückstandes? Wohl kaum. Eine uninspirierte Mannschaft lieferte ein lahmes Spiel ab, während die Borussen sich das Spiel, das wohl mehr als Party gelten kann, zu eigen machten.

Doch bevor wir nun in einen besinnungslosen Freudentaumel verfallen, sollten auch kritische Töne eine Chance bekommen. Gibt es noch Hoffnung für den deutschen Fußball? Oder ist dies lediglich ein letztes Aufbäumen einer Mannschaft, die in den letzten Tagen so sehr unter dem Ruf ihres ehemals so charismatischen Trainers gelitten hat, der eine zweite Midlife Crisis durchzumachen scheint? Noch gibt es den Silberstreif am Horizont, die jungen Spieler stehen noch voll im Fieber. Es ist an der Zeit, dass alte Spieler, deren Zenit nun überschritten ist, Platz machen. Platz für eine neue Borussia, neuen Esprit, neue Ideen. Es ist noch nicht zu spät, Dortmund! Das wurde am Samstagabend in München eindrucksvoll bewiesen. Ein Märchen in Schwarz-Gelb – quod esset demonstrandum.

1 Comment

  • E. says:

    “Noch gibt es den Silberstreif am Horizont, die jungen Spieler stehen noch voll im Fieber. Es ist an der Zeit, dass alte Spieler, deren Zenit nun überschritten ist, Platz machen. Platz für eine neue Borussia, neuen Esprit, neue Ideen.”
    Und das bei völliger Ahnungslosigkeit! Ich mag deine Kolumne sehr.

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