[Marvellous Magazines] transform

IMG_9357Neue Formate entwickeln – genau mein Ding. In Zeitschriftenläden stöbern – voll mein Ding. Hochwertige Printerzeugnisse – krass mein Ding. Ich liebe Magazine. Und ständig erscheinen neue Magazine auf dem Printmarkt, voller Idealismus, gutem Design und lesenswertem Inhalt. Ich möchte mich mehr dieser Medienform widmen, ihr huldigen, sie verbreiten. Aus diesem Grund stelle ich hier ab jetzt regelmäßig Magazine vor, die ich entdeckt habe oder schon länger kenne. Die neu erschienen sind oder alte Klassiker. Die sich mit den ernsten Dingen beschäftigen, zum Nachdenken anregen – oder einfach nur gute Laune machen. Den Anfang macht das Gesellschaftsmagazin transform.

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transform – Magazin für das Gute Leben.

Wie oft? Bisher erst einmal – über den zukünftigen Turnus habe ich noch keine Informationen gefunden.

Herausgeber: Richard Gasch und Jan Korte

Genre: Gesellschaftsmagazin

Preis: 10,-€

Das transform-Magazin plädiert für ein Recht auf Faulheit – zumindest in der ersten Ausgabe. Allgemein geht es um Themen, die zum Nachdenken anregen sollen, „alltagstaugliche Inspirationen“ zum Begegnen der Krisen unserer Zeit, zur Nachhaltigkeit, zur modernen Alltagswelt. Ein Magazin, das Raum für eigene Ideen lässt, das nicht vorschreiben, sondern anregen will. Das sanft provoziert, um dann gleich wieder zu sagen: Mach doch was du willst! (Und das manche Menschen dann anscheinend doch so sehr provoziert dass sie im European wütende Artikel gegen den Herausgeber schreiben. Unfreiwillig amüsant).

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Das Besondere: transform ist ein Magazin komplett ohne Werbung und wird von einem ehrenamtlichen Team produziert. Da wurde das Recht auf Faulheit anscheinend ziemlich produktiv genutzt!

Design: Handlich, etwas kleiner als A4 und dickes, mattes Recyclingpapier: Das Magazin kommt hochwertig daher und lässt sich wie ein dünnes Taschenbuch halten – nicht zuletzt wegen des dicken Einbandes. Das kann man mögen oder nicht – ich finde es meist etwas angenehmer, wenn Zeitschriften biegsam sind. Trotzdem gefällt das Design, auch innen: Viel Weißraum, sparsam eingesetzte Bilder, liebevolle Illustrationen. Unter jeder Überschrift ist angegeben, wie lange das Überfliegen und das gründliche Lesen dauern, welcher Kategorie der Artikel angehört (“Was fürs Herz”, “Zum Nachdenken” etc.) und dafür mit kleinen Icons ausgestattet.

Lieblingsartikel: Halbironisch und augenzwinkernd gibt Marius Hasenheit zehn Tipps zum Blaumachen und klärt im nächsten Artikel über Arbeitnehmerrechte auf. Ein ganz anderes Thema bearbeitet Kolja Unger: Er schreibt über den Hamburger Hansaplatz, seine Nachbarschaft und Verdrängungspolitik. Ein Interview hat mich eher geärgert als gefreut – nämlich das mit einem Menschen, der seit 10 Jahren stolz Hartz IV bezieht und sich “nie wieder in Abhängigkeit begeben würde”. Aber wie bereits oben geschrieben – Provokation gehört eben auch dazu.

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Empfehlung?

Unbedingt. Das Magazin kommt sehr sympathisch daher, ebenso die Intention dahinter. Die Artikel sind vielfältig, gut durchdacht und gut geschrieben. Es ist außerdem erfrischend, dass eine Zeitschrift, die gesellschaftlichen Wandel anstoßen will, mal nicht aus einem riesigen Medienhaus kommt – sondern per Crowdfunding finanziert wurde.

Alle Infos: transform – Magazin für das Gute Leben

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3 Comments

  • Ulli says:

    Habe mich gerade gefragt, ob etwas mit meinen Augen ist. Nein – nur die Schrift hier auf der Seite ist so ein superblasses Hellgrau auf weißem Grund.

    Mal ehrlich: ist da irgendein ästhetischer Mehrwert, der mir entgeht? Ich persönlich habe lieber Kontrast und unangestrengtes Lesen.

  • Ulli says:

    …und auf einmal ist die Schrift wunderbar schwarz. Hat wohl mein Rechner gesponnen.

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