einmal lustig und einmal historisch und einmal sehr nachvollziehbar

Drei Serien haben mich in den letzten Wochen in ihren Bann gezogen. Die eine habe ich wieder hervorgekramt, nachdem sie mich Jahre meiner Jugend begleitet hat. Die zweite habe ich durch meine Eltern kennengelernt und gucke sie mit ihnen, wenn ich zuhause bin. Die dritte habe ich nach zahlreichen Empfehlungen angefangen.

1. Sabrina, the Teenage Witch

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Jeder kennt Sabrina. Jeder liebt Salem. Jeder hat mit 12 heimlich ausprobiert, ob es nicht auch bei ihm funktioniert, einfach den Finger irgendwo draufzuhalten und lustige Dinge verzaubern kann.

Früher habe ich es im Fernsehen auf Deutsch geguckt, jetzt ziehe ich mir die US-amerikanische Version rein. Es ist perfekt, um an “Alles ist kacke und die Welt ist gegen mich und ich will einfach nur eine Schüssel Smacks und ein Bier”-Tagen sich damit ins Bett zu verziehen. Seelenstreichelnd und süchtigmachend. Und ich liebe diese 90’s Stimmung.

2. Downton Abbey

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Die hochgelobte und zu Recht gehypte Serie spielt in England vor dem zweiten Weltkrieg und dreht sich um die adelige Familie Crawley, sowie ihre Dienstboten. Und genau das macht für mich den Unterschied: Ich bin beileibe kein Adels-Fan und bei Hochzeiten irgendwelcher Königshäuser kriege ich das kalte Kotzen und fühle mich ins Mittelalter zurückversetzt. Doch die Serie beleuchtet eben auch die Schicksale der Angestellten, was sie für mich als sehr reflektiert und durchdacht erscheinen lässt. Ebenso die politischen Seiten der Serie sind sehr spannend zu verfolgen, die gegensätzlichen Meinungen der unterschiedlichen Generationen. Die Charaktere sind niemals platt dargestellt, es gibt nicht DEN Sympathen oder DEN Unsympathen. Die Figuren entwickeln sich von Folge zu Folge und jedes Mal stehen neue Erzählstränge im Vordergrund (Und wie geil ist bitte Maggie Smith?!).

Also, falls jemand auf anspruchsvolle, aber niemals langweilige Unterhaltung steht: Gucken!

3. Girls

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Lena Dunham scheint irgendeine Art von Überfliegerin zu sein: Sie hat das Drehbuch geschrieben, führt Regie und spielt auch noch die Hauptrolle. Und ist drei Jahre älter als ich… Da könnte man neidisch werden, wäre diese Serie mit ihren Charakteren nicht so wahnsinnig sympathisch. Von der ZEIT als Gegenentwurf zu Sex an the City kategorisiert, dreht sich die Story um vier Mädels, Mitte 20, die in New York irgendwie versuchen, mit ihrem Leben klarzukommen. Jeder einzelne Erzählstrang scheint so nachvollziehbar, man gewinnt die Charaktere sofort lieb (ich zumindest).

Und: Liebe Frau Schmidt von der ZEIT, da stimme ich Ihnen zu: DANKE, dass die Prosecco-Zeiten von Sex and the City vorbei sind. DANKE, dass irgendeine Carrie keine bedeutungsschwangeren, pseudoromantischen Phrasen mehr drescht, und DANKE, dass das Leben einfach mal ungeschminkt gezeigt wird. Mit Humor, bitte sehr.

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4 Comments

  • Annanym says:

    Ich gucke Girls von Anfang an und ich habe mich wirklich gefreut, als es weiterging. Aber ich bin nach wie vor zwiegespalten. Wahrscheinlich ist es die Mischung aus Fremdschämen und Kopfnicken, die mich sowohl abstößt als auch anzieht. Es ist der schonungslose Realismus gepaart mit der Wiedererkennung des eigenen im Moment eher ziellosen Leben.

    Ach, wem mache ich was vor. Die Serie ist großartig. Und Lena Dunham sowieso.

  • Bei mir gabs auch so eine Phase, wo ich alle Staffeln Sabrina nochmal durchgeschaut habe. Und das war erst der Anfang meines 90er Revivals, danach habe ich die Dinos wiedergeschaut. Und danach 90er Sitcoms.
    Inzwischen bin ich immerhin bei Buffy und Akte X angekommen ;)

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