5 Dinge, die mir die letzten fünf Jahre beigebracht haben

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Life Hacks sind das neue große Ding eigentlich schon wieder vorbei. Da wird der Tipp gegeben, Tampons in einer leeren Lippenstifthülle zu verbergen (wirklich!) oder bei Regelschmerzen eine Wärmflasche zu benutzen (wirklich?). Viele dieser Tipps sind entweder nicht umsetzbar, weil viel zu kompliziert, oder schlicht und einfach dämlich, weil sie sowieso jeder kennt. Auf einem abstrakteren Level finde ich es immer interessant, von anderen Menschen zu lernen, von ihren Erfahrungen zu hören und darüber nachzudenken, was andere auf ihrem Weg mitgenommen haben. Im letzten Jahr habe ich mich sehr verändert – wie auch in den Jahren davor. Ich bin Dinge angegangen, habe andere Dinge vernachlässigt und befinde mich immer noch auf der Suche nach dem, was mir wirklich wichtig ist. Schön ist, dass ich mir über viele Dinge klar geworden bin, dass ich Ideen entwickelt und in mir einen drive entdeckt habe, der mich optimistisch stimmt und der anscheinend auch anderen Menschen auffällt. Die unten stehenden learnings hätte ich euch sicherlich auch schon vor fünf Jahren im Schlaf aufzählen können – aber mittlerweile sind sie herz- und lebensgeprüft und die Essenz dessen, was ich konstant versuche, zu tun. Und ich bin weiterhin immer gespannt auf anderer Menschen Lebensweisheiten.

1. Wenn du von einer Idee überzeugt bist, dann erzähle sie anderen.

Manche Ideen – so gut sie auch sein mögen – bleiben für immer im Kopf desjenigen, der sie erdacht hat. Das ist total schade! Denn wie sollen dann awesome Dinge entstehen, wenn niemand von ihnen weiß? Oft hatte ich auch das Gefühl, meine Idee sei nicht gut genug, um überhaupt jemandem davon zu erzählen. Wenn ich es doch gemacht habe, war die Resonanz oft so positiv, dass ich selbst ganz kribbelig wurde, alles möglichst schnell und gut umzusetzen. Das manchmal fehlende Vertrauen darin, dass die eigene Idee gut ist (s.u.) kann dann durch den Zuspruch von Freunden und Familie ausgeglichen werden. Die entstandenen Dinge haben mich stärker gemacht, motiviert und mich einiges gelehrt. Nicht das Schlechteste, denke ich.

2. Umgebe dich mit Personen, die Dinge anpacken.

Jeder kennt das Gefühl, in einem Tief zu stecken, unmotiviert zu sein und scheinbar das Vertrauen in seine Fähigkeiten verloren zu haben. Manche Menschen schaffen es aber, diese Tiefs zu überwinden und sich auf die Hochs zu konzentrieren. Meist sind diese Leute positiv, voller Tatendrang und stecken ihre Umwelt damit an. Meine Erfahrung: Je mehr ich mich mit Menschen umgebe, die Dinge ins Rollen bringen, die Ideen haben, motiviert sind und das auch ausstrahlen, desto leichter fällt auch mir die Umsetzung meiner Pläne. Sowas nennt man wohl Inspiration.

3. Akzeptiere, dass manche Dinge lieber von anderen gemacht werden sollten.

So sehr man auch Lust auf alle möglichen unterschiedlichen Dinge hat – es ist unmöglich, sich so vielen Sachen gleichzeitig zu widmen. Ich kann nicht neben einem Kochblog auch noch im Fachschaftsrat aktiv sein, Querflöte im Orchester spielen, regelmäßig Sport machen und drei Abende die Woche ehrenamtlich im Jugendzentrum arbeiten (außer ich habe Superkräfte). Mir fällt es wahnsinnig schwer, so etwas zu akzeptieren – es gibt so viele interessante Hobbys und Chancen und Angebote und ach! Deswegen jongliere ich meist mehrere Projekte gleichzeitig. Nur – irgendwann ist es ratsam, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die einem am meisten Spaß machen. Ich koche gern, aber das Bloggen darüber überlasse ich anderen. Ich höre gern Musik, aber das Musizieren überlasse ich anderen. Und so weiter. Dafür versuche ich, in meinem Feld eben besonders viel Leidenschaft einzubringen – dann werden diese Projekte besonders gut.

4. Gucke nicht nach links und rechts – außer du kannst etwas daraus lernen.

“How to be happy – stop comparing yourself to others”. Ja, es ist eine furchtbare Angewohnheit, die wir alle haben: Wir vergleichen uns unermüdlich und natürlich auch nur mit Menschen, die gefühlt mehr erreichen. Ein bisschen Benchmarking hier und da – geschenkt. Schließlich ist es auch wichtig, von anderen zu lernen und sich von ihnen inspirieren zu lassen. Doch seit ich versuche, mich hauptsächlich auf meinen eigenen Kram zu konzentrieren, funktioniert meine Arbeit viel besser. Komme ich nicht weiter, schaue ich nach, wie andere es machen. Oder ich lese Artikel über erfolgreiche Menschen, mit denen ich mich noch halbwegs identifizieren kann. Und sage mir dann bewusst “Interessant, wie die das geschafft haben. Mal gucken, wie ich das auf MEINEN EIGENEN WEG übertragen kann“. Bis das irgendwann in Fleisch und Blut übergegangen ist (falls es überhaupt passiert), wird es wohl aber noch sehr lange dauern.

5. Habe Vertrauen in deine Fähigkeiten

Oh ja, es ist schwer. Und oh ja, dieser Ratschlag scheint so abgenutzt wie sonst kaum einer. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben – das ist aber essentiell, um voranzukommen. Wir alle zweifeln dann und wann, das ist normal und bis zu einem gewissen Grad auch sehr gesund. Aber um etwas voranzubringen braucht es manchmal einfach eine gute Portion Selbstbewusstsein. If you don’t believe in yourself – who else will? Und es ist schön, von Freunden und Familie motivierende Worte zu hören. Aber glauben und verinnerlichen muss man sie erstmal selbst. Manchmal hilft es, aufzulisten, was man bisher so erreicht hat. Schulabschlüsse, Hobbys, Talente – selbst der fantastische Kirschkuchen kann aufgeschrieben werden! Denn erst, wenn man diese Dinge vor sich stehen hat, merkt man, wie viel man eigentlich wirklich kann. Und das ist meist ziemlich beeindruckend.

 

Was habt ihr in den letzten fünf Jahren gelernt?

 

7 Comments

  • Sabine says:

    Hey Lina,
    ein toller Post! Und so viel mehr wert als diese “Life Hacks”, bei denen es darum geht, auch wirklich immer eine Haarbürste in der Handtasche zu haben. Das mit dem Lippenstift ist mir aber auch neu, wtf?
    Deine Liste ist schon ziemlich perfekt, ein paar dieser Dinge lerne ich immernoch. Was ich außerdem hinzufügen würde:
    – Weniger Opferrolle, mehr Schöpferrolle: Ich musste schmerzlich lernen, dass es nichts bringt, sich im Selbstmitleid zu suhlen. Das darf man mal kurz, aber auf Dauer hilft es nicht. Am Ende ist man immer selbst verantwortlich, sich aus dem Sumpf zu ziehen und zu erkennen, dass man es selbst mehr in der Hand hat, als man (aus Faulheit oder Unsicherheit) glauben möchte.
    – Wenn du die erfolgreichste Person im Raum bist, ist es Zeit, zu gehen. Das geht vielleicht ein bisschen gegen deinen Nichtvergleichen-Punkt, aber ich denke, ein Stück weit ist Vergleichen auch gut und wichtig. Und messen sollte man sich dann nicht mit den absoluten Superstars, aber vielleicht mit jemandem, der ein bisschen weiter ist als man selbst (oder in einem anderen Bereich erfolgreich). Wie du sagst: Schauen, wie jemand anders es macht und wie ich das auf meinen Weg anwenden kann.
    Liebe Grüße
    Sabine

    • Lina says:

      Lieben Dank!
      Das mit der Opferrolle kann ich nur unterschreiben. Etwas Selbstmitleid ist in Ordnung, dann aber heißt es, die Dinge selbst anzupacken. Das gibt ein gutes Gefühl und lässt einen stark aus der Situation herausgehen. Und man ist wirklich überrascht, was man alles bewegen kann, wenn man es möchte. Das ist übrigens auch eine reine Gewohnheitssache, finde ich. Hat es einmal Klick gemacht, fallen solche Dinge viel leichter.
      Ein bisschen Vergleichen ist gesund, normal und hilfreich, das finde ich auch! Man sollte seinen Marktwert kennen und von Zeit zu Zeit abchecken.

  • Ronja says:

    Liebe Lina,
    da hast du wieder einen richtig tolle Post geschrieben. Er bringt mich ins Grübeln, was habe ich in den letzten fünf Jahren gelernt…einiges. Wie du, habe ich mich enorm verändert. Und die Lektion, die mir am meisten im Herzen verankert ist, dass dies mein Leben ist. Das ist okay ist wenn ich mich zuerst auf mich konzentriere und das es nichts mit Egoismus zu tun hat. Das niemand mir erzählen kann was ich tun kann, weil auch niemand in mich reinhören kann. Damit einhergeht auch meine zweite Lektion: Auf meine eigenen Intuition hören. Meist sagt mir mein Herz schon ganz laut und klar was der richtige Weg ist, ich muss nur zu hören.
    Irgendwie regt mich dein Post richtig dazu an das detailliert noch genauer drüber nachzudenken, ich glaube das mache ich jetzt gleich :)
    Ich wünsche di einen wundervollen Start in die Woche!
    xx, Ronja
    http://www.sothisiswhat.com
    { CREATE THE LIFE YOU LOVE }

    • Lina says:

      Oh ja, die Intuition ist meist ziemlich deutlich. Oft weiß man eigentlich schon längst, was man will und merkt das an dem, was spontan an Gefühlen reinkommt, wenn man an das betreffende Thema denkt. Ich bin ja sowieso eine Verfechterin des Bauchgefühls und es hat mich noch nie getäuscht!

  • Melanie says:

    Ich konnte und musste in den letzten 5 Jahren auch viel dazulernen, und auch viel neues Lernen.

    Es bringt zum Beispiel nichts, einfach “liegen zu bleiben” sondern man muss immer wieder aufstehen. (Total alt, ich weiß) Aber genauso ist es. Wie oben schon gesagt wurde – sich in Selbstmitleid suhlen hilft nix, auch das habe ich inzwischen ziemlich gut begriffen. Viele Sachen sind halt schwer, aber ich denke mir dann immer: Wenn ich es geschafft habe, hab ichs geschafft. Simple as that.

    Liebe Grüße, Mela ♥
    http://kolibritastisch.blogspot.co.at/

  • Christine says:

    Hallo Lina,
    zum Glück lernen wir alle immer weiter dazu und deine Erkenntnisse der letzten 5 Jahre sind sehr wertvoll!
    Ich mache auch immer wieder die Erfahrung, dass es mich sehr weiterbringt, wenn ich mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt bin. Mit aktiven Menschen, mit Menschen, die “Ihr Ding” durchziehen, mit Menschen, die ihre Probleme auf ihre ganz eigene Art lösen. Von jedem von ihnen kann mich sich sooo viel Inspiration für den eigenen Weg, fürs eigene Leben holen.
    Nicht jeder Weg der anderen muss auch für mich der richtige sein, aber ich schaue mir schon immer wieder einiges von anderen ab und setze das dann auf meine eigene Art und Weise um.
    Liebe Grüße
    Christine

  • Melanie says:

    Das sind wirklich tolle und inspirierende Tipps! :-) Gerade mit dem letzten hatte in den letzten Monaten ab und zu meine Probleme, aber ich habe auch etwas gelernt: Für einen großen Traum lohnt es sich, auch nach dem zehnten Hinfallen wieder aufzustehen und weiterzumachen – irgendwann ist man am Ziel. Über meinen Kindheitstraum, Journalistin zu werden, und meine ersten Schritte auf dem Weg dort hin, berichte ich hier: https://meinmedienguide.wordpress.com/2015/09/22/mein-weg-in-den-journalismus-teil-1-die-ersten-schritte

    Liebe Grüße
    Melanie

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